So will man im Kreis Fulda die Versorgung sichern
von Stefan Beckmann
fuldaerzeitung.de
Wie kann die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen in Zukunft gesichert werden?
Diese Frage stellt sich der Landkreis Fulda angesichts des Hebammenmangels. Verschiedene Programme sollen werdenden Müttern dabei helfen.
Herausforderung im Kreis Fulda:
In Deutschland verzichtet jede fünfte Mutter auf eine Hebamme zur Nachsorge, wie eine bundesweite Studie zeigt. Der Hauptgrund dafür ist die unzureichende Verfügbarkeit in der Nähe. Auch im Landkreis Fulda herrscht vor allem im freiberuflichen Bereich ein Mangel an Hebammen für die Vor- und Nachsorge, wie der Landkreis auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.
Maßnahmen gegen den Hebammenmangel im Kreis Fulda:
Derzeit sind im Landkreis Fulda 71 Hebammen registriert, was jedoch nicht ausreicht, um den Bedarf in der Region vollständig zu decken. Die Pressestelle des Landkreises betont, dass subjektiv viele von einem Hebammenmangel sprechen, objektiv aber keine verlässliche Aussage getroffen werden könne.
Das liegt daran, dass Hebammen dem Landkreis lediglich ihre Tätigkeit und den Bereich, in dem sie arbeiten (freiberuflich, als Beleghebamme oder angestellt im Krankenhaus), melden – nicht jedoch den Umfang ihrer Tätigkeit. Klar ist jedoch, dass werdende Mütter sich frühzeitig um eine Hebamme bemühen müssen, idealerweise sobald sie einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten.
Erfahrungen einer jungen Hebamme:
Die 26-jährige Wynona Walter aus Künzell, die seit 2019 als Hebamme tätig ist, bestätigt dies. Nach ihrer Ausbildung in Marburg kehrte sie in ihre Heimat zurück, wo sie halb freiberuflich im Geburtshaus Fulda und halb im Klinikum Fulda arbeitet. Viele ihrer Kolleginnen teilen diesen Ansatz, um den gesamten Umfang des Hebammenberufs zu erleben, von der Vorsorge über die Nachsorge bis hin zur Begleitung im Kreißsaal. Walter rät werdenden Müttern dringend, sich frühzeitig eine Hebamme zu suchen.
„Es gibt Frauen, die bereits bei einem positiven Schwangerschaftstest anrufen, bevor sie die Schwangerschaft vom Frauenarzt bestätigt bekommen haben“, berichtet Walter. Nach der achten Schwangerschaftswoche sei es für sie kaum noch möglich, neue Frauen aufzunehmen, da sie dann bereits ausgelastet sei. Für sie ist der Beruf der Hebamme eine Berufung: „Man begleitet Familien in der wichtigsten Zeit ihres Lebens – das liebe ich an meinem Beruf.“